Cannabispapiere – haltbar und ökologisch

Papier muss nicht immer aus Holz sein

Das idyllische Gmund am Tegernsee ist Entwicklungs- und Produktionsstandort des Gmund Bio Cycle-Sortiments – innovative Papiere mit herausragender Ästhetik und natürlicher Haptik für nachhaltige Markenauftritte. Das Portfolio umfasst viele Tausend verschiedene Papiervarianten, die bei Geschäftsausstattungen, Verpackungen, hochwertigen Katalogen oder Imagebroschüren Verwendung finden; ca. 75% dieser Papiere werden exportiert. Die neueste bahnbrechende Entwicklung der Tegernseer sind Papiersorten aus den Cannabis-Fasern. Dabei ist die Verwendung der Hanfpflanze zur Papierproduktion keineswegs neu: Von der Antike bis weit ins 20. Jahrhundert war Hanf ein anerkannter und unentbehrlicher Rohstoff zur Herstellung einer Vielzahl von Gegenständen, darunter Kleidung, Seile und Takelagen für Schiffe, Verbandstoffe und eben auch Papier.

GMUND BIO CYCLE – DIE WELTVERBESSERER

Bei ihrer neuesten Papierentwicklung hatten die Papierexperten vom Tegernsee ein oberstes Ziel: umweltbewusst zu handeln und natürliche Ressourcen zu schonen. Aber zunächst galt es, ein technisches Problem zu lösen, das der industriellen Fertigung bisher im Wege stand: Die lange und stabile Hanffaser hat nämlich den gravierenden Nachteil, dass die Faser während des Papiermachens im Papierbrei zu verspinnen beginnt und so die kleinen Rohre verstopft. "Unsere Entwicklung ist deshalb so revolutionär für die Branche, weil es uns erstmals gelungen ist, Hanf für den großen industriellen Einsatz zu verarbeiten", so Florian Kohler, Inhaber von Gmund Papier.
"Wir bringen Hanf nun aber verspinnungsfrei auf die Maschine".

Nach unzähligen Maschinen- und Materialtests entstanden Papiere von zeitloser Schönheit – und mit einer vortrefflichen Ökobilanz: Wer Gmund Bio Cycle-Papier verwendet, bekommt einen echten Mehrwert an Design, Haptik, Story und Glaubwürdigkeit. Die Kollektion ist damit ideal für Unternehmen, die ihre grüne Firmenphilosophie durch Verpackung und Broschüren oder in ihrer Printkommunikation ausdrücken möchten. Neben Optik und Haptik zählt für die Kunden auch das gute Gefühl, bei der Papierauswahl auf die eigene Ökobilanz geachtet zu haben: Die neuartigen Bio Cycle-Papiere enthalten bis zu 50 Prozent alternative Inhaltsstoffe, ergänzt durch Frischfaserzellstoff, der im Hause Gmund immer FSC® zertifiziert ist. In der Bio Cycle-Kollektion finden sich die Sorten Chlorophyll / Blattgrün, Wheat / Stroh, Rag / Baumwolle, Cycle / Kreislauf und das in diesem Magazin verwendete Cannabis, also Hanfpapier.

Der hochwertige Cannabiszellstoff aus europäischem Anbau wird sichtbar in der zurückhaltenden Farbe mit den leichten Pflanzeneinschlüssen und spürbar in der griffigen Struktur des Papiers. Dabei ist das Bio-Fasermaterial technisch sogar deutlich fester als herkömmliche Materialien und so rein, dass es sich perfekt für den Verpackungsbereich eignet, aber ebenso für sämtliche Arten von Broschüren, Nachhaltigkeits- und Geschäftsberichten, für Mappen, Karten und vieles mehr.

HANF – DAS ÄLTESTE BASISMATERIAL FÜR PAPIER

Hanf ist als nachwachsender Rohstoff äußerst gefragt wegen seiner problemlosen Zucht und umfassenden Nutzbarkeit. Es werden keinerlei Herbizide benötigt, weil die Pflanzen bereits nach wenigen Tagen den Boden vollständig beschatten, sodass kein Unkraut mehr Licht findet. Außerdem ist die Pflanze äußerst schädlingsresistent und pflegeleicht; sie produziert mehr Biomasse als jede andere heimische Nutzpflanze. In der Wirtschaft ist Hanf äußerst vielseitig einsetzbar und wird wegen seiner hohen Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit und niedrigen Energiebilanz geschätzt. Hanf (Cannabis sativa L.) wurde von den Chinesen bereits seit vielen Jahrtausenden genutzt. Die Pflanze lieferte ihnen nicht nur wohlschmeckende und nahrhafte Samen, auch die Stängel mit ihren besonders langen und robusten Fasern wusste man schon früh zu schätzen. Über Indien und die antiken Hochkulturen in Vorderasien nahm der Hanf seinen Weg um die Welt. Die antiken Griechen und Ägypter kleideten sich oft mit Hanf; Kleidung aus Hanfgewebe wird von Herodot (450 v. Chr.) erwähnt; Hanf zählte neben Nessel und Flachs lange Zeit zu den wichtigsten Faserpflanzen Europas. Und Cannabis blieb auch nach der Antike in Europa eine wichtige Nutzpflanze. Viele mittelalterliche Waffen wie etwa der Langbogen, dessen Sehnen aus Hanf bestanden, wären ohne die robuste und widerstandsfähige Hanffaser, die enorme Zugkräfte aushält, gar nicht herstellbar gewesen.

PAPIER AUS HANF – ERPROBT SEIT DEM MITTELALTER

Über Spanien fand im 13. Jahrhundert eine weitere Anwendung der Hanffaser ihren Weg nach Europa – als Ausgangsmaterial für die Papierproduktion. Da die Papierherstellung aus Holz damals noch nicht beherrscht wurde, war Hanf neben Lumpen – die selbst oft aus Hanf bestanden – der wichtigste Rohstoff für die Papierproduktion. So entstand in Nürnberg 1290 eine erste Papiermühle auf deutschem Boden, und Gutenberg druckte 1455 seine berühmte Gutenberg-Bibel auf Hanfpapier. Auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 ist auf Hanfpapier gedruckt; wenig erstaunlich, wenn man weiß, dass der erste amerikanische Präsident George Washington selbst große Hanfplantagen bewirtschaftete. In Südwestdeutschland ging der Hanfanbau mit dem Aufkommen des für die Bauern rentableren Tabakanbaus sowie mit der Einfuhr von Sisalfasern zurück und kam bis zum Ersten Weltkrieg bis auf wenige Ausnahmen praktisch zum Erliegen. In der Mitte des 20. Jahrhunderts verdrängten Kunstfasern den Hanf dann auch aus der Bekleidungsherstellung, geschuldet auch der berüchtigten Anti-Cannabis-Kampagne des amerikanischen FBIChefs Harry J. Anslinger. Seit Anfang der 1990er Jahre hat der landwirtschaftliche Anbau von Hanf weltweit wieder kontinuierlich zugenommen. Kein Wunder, denn die Hanffaser ist der Baumwollfaser in vielerlei Hinsicht überlegen, sie eignet sich zum Hausbau ebenso wie als Basis für Farben, Lacke, Waschmittel und vieles mehr. Und sie ist auch für die Herstellung bestimmter Papiere bestens geeignet: Hanfpapiere zeigen eine sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen Verschleiß, sodass die Fasern oft recycelt werden können und auch frühgeschichtliche Druckerzeugnisse eine gute Haltbarkeit aufweisen.

Bio Cycle-Papiere – nachhaltig, wertsteigernd und inspirierend

 

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